Autor(en)
Nagel, Jens
Titel
Prüfungspraktiken an Gymnasien und Lateinschulen in der Frühen Neuzeit: Musterung, Selektion, Übergangsrituale
Teil von
  • Zeitschrift für Pädagogik, 2017, Vol.63(3), pp.259-279
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Quelle
FIS Bildung Literaturdatenbank (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung)
Beschreibungen
Die Tatsache, dass eine verbindliche Hochschulzugangsberechtigung im deutschsprachigen Raum erst 1834 mit dem preußischen Abitur geschaffen wurde, hat in der bildungsgeschichtlichen Forschung häufig zu der Annahme geführt, es habe bis dato keine gleichwertigen Prüfungsformen gegeben. Dem widerspricht allerdings die frühneuzeitliche Quellenlage für Lateinschulen und Gymnasien: Diese offenbart eine breite und differenzierte Prüfungspraxis bis hin zu regelrechten Abschlussprüfungen. Der vorliegende Beitrag zeigt, dass das schulische Prüfungswesen im 16. und 17. Jahrhundert vor allem als Instrument städtischer und landesfürstlicher Selektion geeigneter Nachwuchskräfte entstand, sich aber später zu einem Werkzeug der Regulierung des Verhältnisses von Inklusion und Exklusion entwickelte. (DIPF/Orig.). Until 1834, when the Prussian state introduced the Abitur examinations, which were from then on obligatory, German universities required no official bureaucratic permit from students who were willing to study. This lured historians of education to believe that no examinations of equal consequence and importance had existed in schools up to this point. Yet, historical sources from Gymnasiums and Latin schools in the 16th and 17th century suggest that, on the contrary, a set of very elaborate symbolical practices functioned to regulate students' transition from class to class and from school to university. The contribution argues that the practice of examination initially developed as an instrument for the sovereigns' recruitment of able subjects later emerged as a tool to adjust the proportions between inclusion and exclusion. (DIPF/Orig.).

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