Autor(en)
Kotowski, Elke-Vera
Titel
Galizien grenzt an Berlin“ – Jiddische Übersetzungen deutschsprachiger Klassiker als ein Ausdruck selbstbewusster Jiddischkeit
Teil von
  • Germanica (Lille, France), 2020-12-18, p.193-208
Ort / Verlag
Université de Lille
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Beschreibungen
Das Zitat „Galizien grenzt an Berlin“ entstammt dem Schauspiel „Der Kaufmann von Berlin“, das Walter Mehring 1929, mit Blick auf die Inflationszeit Mitte der 1920er Jahre, verfasste. Der Satiriker und scharfe Beobachter zeichnete darin ein Kaleidoskop der Metropole Berlin als Sammelbecken unterschiedlichster kultureller und politischer Bewegungen. In jenen Jahren war Berlin wenn auch kein Sehnsuchtsort so doch ein Orientierungspunkt für die vielen jüdischen Migranten aus Osteuropa. Die Hauptstadt der jungen Weimarer Republik diente als Zwischenstation auf dem Weg aus der Unterdrückung in die Freiheit und symbolisiert, als Metapher für eine Kultur und Geisteshaltung, jenen Übergang vom verklärten Schtetl-Dasein hin zu einer selbstbewussten, aufgeklärten „Jiddischkeit“, die in den osteuropäischen Metropolen ihren Ursprung nahm. Nicht erst zu Beginn der 1920er-Jahre, als Berlin einer der bedeutendsten Verlagsorte für jiddischsprachige Publizistik war, rückten deutschsprachige Klassiker und Bestseller in den Fokus der jiddischen Publizistik. Wurden diese bis dato in Warschau, Wilna, Kiew, Moskau oder Odessa im Original gelesen, machten sich hier wie dort jiddischschreibende Autoren daran, Lessings Nathan, Heines Lieder, Schillers Räuber aber auch Marx' Kapital zu übersetzen und deren Ideen, Ideale und Ideologien innerhalb des osteuropäischen Judentums zu verbreiten. Der vorliegende Beitrag gewährt einen Einblick in die jiddische Übersetzungslandschaft und Publizistik deutschsprachiger Literatur bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Format
Sprache(n)
Deutsch
Identifikator(en)
ISSN: 0984-2632
ISSN: 2107-0784
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